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Komplexes Projekt:

EOS entwickelt seine neue Inkasso-Software agil

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DIGITALISIERUNG
Neues Inkasso-System, neue Methoden: EOS setzt auf agile Projekt­entwicklung. So entsteht eine Software, die Forderungsmanagement mithilfe moderner Datenanalyse optimiert.

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EOS macht jetzt Punkrock. Zumindest wenn es nach dem Sideways Dictionary geht. Das Online-Nachschlagewerk von „Washington Post“ und Google erklärt komplizierte Technikvokabeln mit griffigen Analogien. Beispiel agile Software-Entwicklung: „Sie funktioniert wie Punkrock. Du übst nicht jahrelang das perfekte Gitarrensolo. Stattdessen schnappst du dir das Instrument, lernst drei Akkorde und los geht’s.“ Der noch unfertige Song trifft auf Publikum und die Musiker finden heraus, was ankommt und wo sie nachbessern sollten.

Für IT-Projekte heißt das, die Beteiligten nähern sich dem Ziel in kleinen Schritten, testen die Zwischenprodukte und bessern nach beziehungsweise erweitern Funktionen stückweise. Dabei beherrschen sie ihre In­strumente zwar perfekt, erproben aber immer wieder von Neuem deren optimalen Einsatz. So lassen sich komplexe IT-Projekte einfacher umsetzen – beispielsweise das neue Inkasso-System von EOS in Deutschland.

Schuldner individuell ansprechen

Seit Mitte 2016 arbeitet EOS an einer grundlegend neuen Software für die Forderungsbearbeitung. Mit dem System wird es keine vordefinierten Abläufe mehr geben. Die Software analysiert die Daten, die EOS vom Schuldner hat und ergänzt diese um die Erfahrungen mit ihm. Aus diesen Erfahrungen lernt das System. Es gibt beispielsweise Empfehlungen, wann und wie EOS den Schuldner am besten erreichen und welche Beträge er wann zahlen kann. „So können wir individuell für jeden Schuldner die beste nächste Aktion veranlassen“, erklärt Jörg Schweda, Geschäftsführer von EOS Deutscher Inkasso-Dienst (DID).

Blick nach vorn: Jörg Schweda, Geschäftsführer von EOS Deutscher Inkasso-Dienst (DID), setzt beim neuen Inkasso-System auf die Balance zwischen Effektivität und Sicherheit
Blick nach vorn:

Jörg Schweda, Geschäftsführer von EOS Deutscher Inkasso-Dienst (DID), setzt beim neuen Inkasso-System auf die Balance zwischen Effektivität und Sicherheit

Sicherheit an erster Stelle

Das Ziel: ein hocheffizientes System, das den hohen ethischen Ansprüchen der EOS Gruppe genügt. „Natürlich bleibt im Forderungsmanagement auch weiterhin die Kommunikation von Mensch zu Mensch wichtig, aber die Software wird uns dabei bestmöglich unterstützen“, so Schweda. Um die Balance zwischen effektiver Nutzung und optimaler Sicherheit zu halten, spielt der Datenschutz eine zentrale Rolle. „Der sensible Umgang mit Kunden- und Schuldnerinformationen ist unser höchstes Gut. Deshalb helfen uns unsere IT-Sicherheits- und Datenschutz-Experten, die richtigen Lösungen zu finden“, sagt Lars Ludwig, Geschäftsführer von EOS Technology Solutions, dem IT-Dienstleister der EOS Gruppe.

Um eine moderne Inkasso-Software zu entwickeln, sind innovative Arbeitsmethoden nötig. Dazu gehören gemischte Projektteams aus Fachbereichs- und IT-Mitarbeitern. „Die fachlichen Erfahrungen sind essentiell, damit die IT eine passende Software entwickeln kann. Andersherum wissen die IT-Experten, welche technischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen“, erläutert Ludwig. So agieren die Beteiligten ähnlich wie in einem Start-up – innerhalb des Konzerns. Zusammen mit Coaches hat EOS die agile Arbeitsmethode entwickelt, die für das Unternehmen optimal ist.

Der Entwicklungsprozess für die Software ist in einzelne Etappen unterteilt, um auf sich ändernde Anforderungen und Einflüsse schnell reagieren zu können. Alle zwei Wochen stellen die Mitarbeiter eine neue Teillösung vor. Zudem erweitern die Projektbeteiligten vorhandene Funktionen stückweise, beispielsweise um eine automatische Prüfung, die zuvor manuell erfolgte. „Agiles Vorgehen lebt von Transparenz und Offenheit. Dazu gehört eine ausgeprägte Fehler- und Feedback-Kultur. Wir nehmen bewusst in Kauf, dass sich eine Annahme als falsch erweisen könnte. Das mag ärgerlich sein, bringt aber neue Erkenntnisse und das Projekt einer Lösung wieder einen Schritt näher“, erklärt Thomas Lieder, agiler Coach bei EOS Technology Solutions.

Teamarbeit:

Um den Zusammenhalt im Team zu fördern, wird in den Pausen auch mal Tischfußball gespielt

Hochkonzentriert:

Sascha Bartels (links) und Nils Allwardt diskutieren über den nächsten Planungsschritt

Innovative Arbeitsmethoden:

Thomas Lieder und sein Team arbeiten wie Punkrocker

Bunter arbeiten

Für das echte Wir-Gefühl im Team sitzen bei EOS in Hamburg alle Projektbeteiligten auf einer Etage zusammen. In eigens konzipierten Teamräumen treffen sich die Kollegen täglich. „Wir müssen uns häufig untereinander abstimmen und den nächsten Schritt planen. Farbige Karten an den Wänden visualisieren unsere Arbeitsabläufe. Unsere Arbeit ist also optisch wie inhaltlich bunt“, so Lieder.

Das große Ganze: Das Team von Thomas Lieder trifft sich regelmäßig und stellt alle zwei Wochen Teillösungen vor
Das große Ganze:

Das Team von Thomas Lieder trifft sich regelmäßig und stellt alle zwei Wochen Teillösungen vor

Damit das zukünftige Inkasso-System sein volles Potenzial entfalten kann, führt EOS parallel zum IT-Vorhaben ein Organisationsentwicklungsprojekt durch. Denn die Software wird den Arbeitsalltag vieler Mitarbeiter verändern – wie das im Detail aussehen wird, ist unklar. Schließlich kennen die Experten das Endprodukt noch nicht. Um die Mitarbeiter bestmöglich darauf vorzubereiten, optimiert EOS in Deutschland Prozesse und Zuständigkeiten. „Das neue Inkasso-System hält EOS in digitalen Zeiten auf Kurs. Als führender Dienstleister im Forderungsmanagement setzen wir damit weiter Maßstäbe in Sachen Service, Qualität und Zahlungserfolg“, fasst Schweda zusammen.

Aus Fehlern lernt man:

Eine ausgeprägte Feedback- und Fehlerkultur ist ein wichtiger Bestandteil einer effektiven Projektentwicklung

Auf Digitalisierungskurs:  Andreas Kropp, als Geschäftsführer der EOS Gruppe zuständig für Deutschland, möchte das Forderungs­management revolutionieren
Auf Digitalisierungskurs:

Andreas Kropp, als Geschäftsführer der EOS Gruppe zuständig für Deutschland, möchte das Forderungs­management revolutionieren

„Wir wollen dem Markt voraus sein“

INTERVIEW
Bei der Digitalisierung der EOS Gruppe nimmt Deutschland eine Vorreiterrolle ein. Im Mittelpunkt: das neue Inkasso-System. Andreas Kropp, Geschäftsführer der EOS Gruppe, über agile Methoden, smarte Datenanalyse und automatisierte Prozesse.

Warum braucht EOS ein neues Inkasso-System?

Andreas Kropp: Die Digitalisierung ist für unser Kerngeschäft eine zentrale Herausforderung. Aus diesem Grund entwickelt EOS in Deutschland derzeit eine völlig neue Inkasso-Software, die datengetrieben, selbstlernend und automatisiert arbeitet. Das Stichwort lautet Advanced Analytics. Die Analyse von Schuldnerdaten und -verhalten ermöglicht ein schuldnerindividuelles Forderungs­management, das noch passgenauer den nächsten Schritt im Inkasso-Prozess einleitet.

Wo liegen die größten Unterschiede zum bisherigen System?

Andreas Kropp: Schon heute haben unsere Analysten unseren Datenbestand genau im Blick. Mit dem neuen Kernsystem gehen wir allerdings einen großen Schritt weiter. Während zurzeit Mitarbeiter die Analytics füttern, ist das zukünftige System deutlich automatisierter. Es nutzt analytische Mechanismen, die laufend überprüfen, wann und wie die bestmögliche Schuldneransprache erfolgen sollte. Das System erkennt diese nicht nur, sondern initiiert sie auch. Es kann in Zukunft beispielsweise in bestimmten Fällen selbstständig einen Brief oder eine E-Mail versenden oder veranlassen, dass ein Sachbearbeiter den Kontakt zum Betroffenen aufnimmt.

Warum entwickeln Sie das neue System selbst?

Andreas Kropp: Wir gehören zu den führenden Unternehmen auf dem deutschen Inkasso-Markt. Keine Standard-Software ist für unsere Größenordnung ausgelegt. Unser Kernsystem muss mehrere Millionen Forderungen verarbeiten können und gleichzeitig unserem hohen Anspruch in Sachen Analytics, Prozessautomatisierung und Datenschutz gerecht werden. Deshalb entwickeln wir selbst ein flexibles zukunftsfähiges Inkasso-System, das in der Branche seinesgleichen sucht. Damit wollen wir dem Markt voraus sein.

Zurzeit sind Fintechs in aller Munde, die als digitale Vorreiter der Finanzbranche gelten. Sehen Sie diese als Konkurrenz?

Andreas Kropp: Fintechs stehen für Agilität, Digitalisierung und Innovationskraft. Schlagworte, die bei EOS ebenfalls zum Alltag gehören. So arbeiten wir mit agilen Methoden und entwickeln ein Inkasso-System, welches das Forderungsmanagement revolutionieren wird. Viele Fintechs im Bereich Inkasso haben nur eine Handvoll Kunden mit geringen Forderungsvolumina. Da ist eine Inkasso-Software, die nur wenige Funktionen abbilden muss, relativ schnell angepasst. Bei EOS jedoch betreuen wir eine Vielzahl von Kunden und Millionen von Forderungen. Natürlich dauert es länger, ein so komplexes und leistungsfähiges Inkasso-­System zu entwickeln. Dafür wird das Ergebnis umso überzeugender sein. EOS vereint also beides: die Innovationskraft und Beweglichkeit eines Fintechs und die jahrzehntelange Erfahrung und Verlässlichkeit eines traditionsreichen hanseatischen Unternehmens.

Auf Zukunft programmiert

DIE NÄCHSTE DIMENSION DES COMPUTERS

Quantensprung mit Quantencomputern? IBM, Google und Co. forschen jedenfalls mit Hochdruck daran. Während klassische Computer mit Bits arbeiten, die Eins oder Null betragen, nutzen Quantenprozessoren sogenannte Qubits. Diese können den Zustand von Null und Eins zur gleichen Zeit einnehmen. Dadurch wären Quantenrechner fähig, alle Möglichkeiten für die Lösung eines Problems gleichzeitig auszutesten und so in Sekunden Aufgaben zu knacken, für die ein normaler Computer Jahre braucht. Quantenrechner könnten viele Bereiche – von der Arzneimittelentwicklung über das Finanzwesen bis zur Klimaforschung – revolutionieren.