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Herausforderung gemeistert:

Die Geschäftsführer von EOS in Rumänien, Adrian Boghiu (links) und Georg Kovacs, haben ein neues Kapitel aufgeschlagen

NEUES KAPITEL
Premieren in Ost­europa: In Kroatien und Rumänien hat EOS 2016 erstmals besicherte Forderungen gekauft. Mit Immobilien­expertise und viel Finger­spitzen­gefühl positionieren sich die Unternehmen in diesem Segment.

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Wie eine startende Rakete erhebt sich der Sky Tower in den Himmel, mit 137 Metern Rumäniens höchstes Bürogebäude und eines der Wahrzeichen der Hauptstadt Bukarest. Nicht ganz so rasant wie eine Rakete, aber doch mit beachtlicher Schubkraft hat sich der rumänische Immobilienmarkt in den vergangenen Jahren entwickelt. Laut einer aktuellen Umfrage von Rumäniens größtem Immobilienportal, Imobiliare.ro, prüft derzeit jeder Dritte in den sechs einwohnerstärksten Städten des Landes ein Haus beziehungsweise eine Wohnung zu kaufen, zu verkaufen oder zu mieten. Dieser Trend spiegelt die Situation in der gesamten Region. Aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs erholen sich die Immobilienmärkte in Mittel- und Osteuropa, beobachtet die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte. Der steigende Marktwert der Sicherheiten von immobilienbesicherten zahlungsgestörten Krediten mache den Kauf von Portfolios mit notleidenden Forderungen (englisch: Non-Performing Loans, kurz: NPL) für Investoren interessanter. Gleichzeitig, so Deloitte, steige die Bereitschaft der Banken, besicherte NPL zu veräußern.

Angesichts dieser Entwicklung schlugen zwei EOS Unternehmen 2016 ein neues Kapitel ihrer Unternehmensgeschichte auf: EOS in Rumänien hat erstmals ein großes immobilienbesichertes B2C-Paket akquiriert. „Es umfasst 5.400 Kredite gegenüber 3.900 Privatpersonen und hat einen Nominalwert von 370 Millionen Euro“, erklärt Geschäftsführer Georg Kovacs. Auch EOS Matrix in Kroatien feierte Premiere: „Wir haben zum ersten Mal ein besichertes B2B-Forderungsportfolio gekauft“, sagt Geschäftsführerin Barbara Cerinski. Und beide EOS Niederlassungen haben im Zuge dieser Transaktionen ihre Immobilienexpertise ausgebaut.

Herausforderung gemeistert

Herausforderung gemeistert: Die Geschäftsführer von EOS in Rumänien, Adrian Boghiu (links) und Georg Kovacs, haben ein neues Kapitel aufgeschlagen

Experten für faire Angebote:

Barbara Cerinski und Bernhard Melischnig von EOS Matrix in Kroatien

Jedes Portfolio ist einzigartig

EOS Matrix in Kroatien gründete im April 2016 eine Abteilung, die auf die Bewertung und Bearbeitung besicherter B2B-Portfolios spezialisiert ist. „Inzwischen umfasst sie 20 Mitarbeiter – Juristen und auf Firmenkunden spezialisierte Banker“, sagt Cerinski. Die Experten sind von Beginn an in das Bieterverfahren bei einem Portfoliokauf involviert. Der Verkäufer stellt ihnen zunächst ausgewählte Daten zu den im Gesamtpaket enthaltenen Forderungen zur Verfügung. Auf deren Basis schätzen die Experten das Portfolio grob ein und geben ein erstes unverbindliches Gebot ab. Anschließend erhalten sie detailliertere Informationen zum Paket.

„Die Herausforderung besteht darin, dass wir nicht auf historische Daten zurückgreifen können, weil jedes besicherte Portfolio in seiner Zusammensetzung einzigartig ist“, erläutert Bernhard Melischnig, der für B2B-Forderungen verantwortliche Direktor bei EOS Matrix in Kroatien. „Bei der Bewertung schätzen wir Markt und Wert jeder einzelnen Sicherheit ein. Zusätzlich prüfen wir die Rechtmäßigkeit der Forderung und der Sicherheiten.“ Dabei kooperiert EOS Matrix mit externen Spezialisten wie Rechtsanwälten und Immobilienmaklern. Auf diese Weise ergibt sich das endgültige Gebot. „Unser Ziel ist es stets, dem Verkäufer ein faires Angebot zu machen“, so Melischnig.

Expertise im Blick:

EOS Matrix in Kroatien hat ihre Immobilienexpertise ausgebaut

Einvernehmliche Lösungen finden

Fairness steht auch nach dem Kauf im Vordergrund. Bei den Sicherheiten des von EOS in Rumänien gekauften Pakets beispielsweise handelt es sich in den meisten Fällen um den Wohnsitz des Kreditnehmers. Deshalb geht EOS sehr behutsam vor. Das Bearbeitungsteam besteht aus 25 Spezialisten, hauptsächlich Juristen. „Sie analysieren jeden Einzelfall, um die beste Lösung für beide Seiten zu finden – für den Schuldner und für EOS“, so Adrian Boghiu, neben Kovacs ebenfalls Geschäftsführer bei EOS Rumänien.

Rechtsspezialisten: Das Bearbeitungsteam bei EOS Rumänien besteht aus 25 Spezialisten, wobei die meisten Juristen sind
Rechtsspezialisten:

Das Bearbeitungsteam bei EOS Rumänien besteht aus 25 Spezialisten, wobei die meisten Juristen sind

Eine Zwangsversteigerung ist immer der letzte Ausweg. „Wir bieten in der Regel einen zwölf- bis 24-monatigen Zahlungsplan an, mit einer größeren Zahlung am Ende. Damit geben wir den Schuldnern Zeit, um ihre Kredite zu refinanzieren oder neue Einkommensquellen zu finden und so ihr Haus zu behalten“, erklärt Boghiu. Wie viel Wert EOS auf einvernehmliche Lösungen legt, zeigt das Beispiel eines rumänischen Priesters. Er bietet sozial benachteiligten Familien aus seinem Dorf eine Anlaufstelle. „Uns ist es gelungen, einen Weg zu finden, wie er sein Haus behalten kann. So haben wir ihm und vielen Menschen in seiner Gemeinde geholfen“, sagt Boghiu. Einige Schuldner beschließen allerdings, ihre Immobilie zu verkaufen, um mit dem Erlös den Kredit zu bezahlen. Auch in diesem Fall unterstützt EOS sie: „Wir bieten mit ihnen gemeinsam die Immobilie an und sorgen dafür, dass sie diese zu einem fairen Preis verkaufen können“, erklärt Kovacs.

EOS agiert bei einem Kauf stets umsichtig und im Sinne des Code of Conduct der Unternehmensgruppe. „Denn eine Transaktion zahlt sich für den Verkäufer letztlich nur aus, wenn seine gute Reputation keinen Schaden nimmt“, sagt Cerinski.

Die Chancen stehen gut, dass für EOS in Rumänien und Kroatien der erste Kauf besicherter Forderungen nicht der letzte bleibt. Denn die Banken in der Region könnten künftig verstärkt auf Portfolioverkäufe setzen, um ihre Bilanzen zu entlasten. Deloitte geht davon aus, dass sich der seit 2016 zu beobachtende Aufwärtstrend beim Verkauf immobilienbesicherter NPL in Mittel- und Osteuropa fortsetzen wird. Die Experten von EOS zumindest sind startklar für weitere Transaktionen.

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In der Poleposition: Marwin Ramcke setzt in Osteuropa auf den Kauf besicherter Forderungen
In der Poleposition:

Marwin Ramcke setzt in Osteuropa auf den Kauf besicherter Forderungen

„WIR SIND FÜR FORDERUNGS­KÄUFE OPTIMAL POSITIONIERT“Marwin Ramcke, Geschäftsführer der EOS Gruppe

INTERVIEW
Marwin Ramcke ist seit Januar 2017 als Geschäftsführer der EOS Gruppe zuständig für Osteuropa. Im Interview erklärt er, wie EOS in der Region weiter wachsen will.

Herr Ramcke, welche Wachstumsstrategie verfolgen Sie in Osteuropa?

Marwin Ramcke: Wir sind mittlerweile in 15 osteuropäischen Ländern vertreten und somit gut im Markt positioniert. Bei der Bearbeitung unbesicherter Forderungen sind wir in den meisten Ländern Osteuropas Marktführer. Diese Poleposition wollen wir weiter ausbauen. Dazu werden wir unsere Inkasso-Prozesse unter anderem auch mithilfe neuer IT-Lösungen weiter verbessern. Außerdem möchte ich bestehende Kundenbeziehungen festigen und neue aufbauen.

Wie wollen Sie das erreichen?

Marwin Ramcke: 2015 haben wir damit begonnen, auch in besicherte Forderungen zu investieren. Im vergangenen Jahr sind uns insbesondere in Märkten wie Rumänien oder Kroatien große Transaktionen gelungen. Das möchten wir in diesem Jahr fortschreiben, denn hier sehen wir weitere Wachstumschancen.

Welche Trends beobachten Sie bei Verkäufen von notleidenden Forderungen, kurz NPL?

Marwin Ramcke: Seit zwei Jahren steigen die Volumina einzelner NPL-Transaktionen in Osteuropa an. Ein Grund ist, dass Verkäufer besicherte und unbesicherte Forderungen zusammen in großen Forderungspaketen bündeln. Gleichzeitig ist die Zahl unserer Wettbewerber stark gestiegen. Unsere internationale Präsenz und langjährige Erfahrung verschafft uns allerdings einen Vorteil gegenüber vielen anderen Forderungskäufern. Denn große NPL-Transaktionen sind mittlerweile oft überaus komplex. Um unser umfangreiches Know-how länderübergreifend bestmöglich einsetzen zu können, haben wir jüngst das Transactioncenter NPL secured eingerichtet.

Welche Vorteile bringt das Transactioncenter NPL secured?

Marwin Ramcke: Die Mitarbeiter sind Spezialisten für den Kauf und die Bearbeitung besicherter Forderungspakete. Die Strukturierung und Bewertung solcher Portfolios sowie die Verhandlungen mit den Verkäufern sind sehr aufwendig. Die Experten des Transactioncenter NPL koordinieren den Austausch zwischen der EOS Gesellschaft im jeweiligen Land, den beteiligten Mitarbeitern der EOS Zentrale in Hamburg und den Anbietern der Portfolios. So stellen sie sicher, dass wir den Verkäufern attraktive, verlässliche Angebote machen können. Nach einer Akquisition verbringen die Spezialisten des Trans­actioncenters zudem viel Zeit vor Ort, um die effiziente Bearbeitung der Forderungen zu gewährleisten. Denn auch auf diesem Gebiet müssen wir besser sein als unsere Wettbewerber, um weiterhin erfolgreich am Markt zu bestehen.

Bankenexperte: Professor Dr. Christoph Schalast von der Frankfurt School of Finance
Bankenexperte:

Professor Dr. Christoph Schalast von der Frankfurt School of Finance

„DAS ANGEBOT AN NPL-PORTFOLIOS WIRD STEIGEN“Professor Dr. Christoph Schalast von der Frankfurt School of Finance

INTERVIEW
Mit einem neuen Leitfaden will die Europäische Zentralbank (EZB) den Abbau notleidender Kredite beschleunigen. Professor Dr. Christoph Schalast erklärt, was das für Banken bedeutet.

Das Problem großer Bestände an notleidenden Krediten bei europäischen Banken besteht schon länger. Warum gibt die EZB Geldhäusern nun einen Leitfaden zum Abbau ihrer NPL (englisch: Non-Performing Loans, kurz NPL) an die Hand?

Christoph Schalast: Die Initialzündung war wohl die italienische Banca Monte dei Paschi di Siena, die 2016 erneut in Schieflage geriet. Vor allem aber hemmen notleidende Kredite in den Büchern vieler Geldhäuser die Kredit­vergabe an die Wirtschaft. Im September 2016 belief sich das Volumen der NPL-Portfolios bei den bedeutenden Banken im Euroraum auf 900 Milliarden Euro. Das zeigt: Die abwartende Haltung vieler Kreditinstitute hat das Problem bislang nicht gelöst. Daher hat die EZB nun geeignete Verfahren für den Umgang mit NPL zusammengetragen. Mit dem Leitfaden fordert sie Banken mit hohen NPL-Beständen auf, diese abzubauen.

Für welche Banken gilt der Leitfaden der EZB?

Christoph Schalast: Er gilt für die unmittelbar durch die EZB beaufsichtigten Kreditinstitute, also Großbanken im Euroraum. Auch deren internationale Tochtergesellschaften sind davon betroffen. Zusätzlich wird er mittelbar auch für die kleineren Banken relevant sein, die nicht direkt der EZB-Aufsicht unterstehen, sondern nationalen Aufsichtsgremien wie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht in Deutschland.

Was kommt jetzt auf die Banken zu?

Christoph Schalast: Banken mit hohen NPL-Beständen müssen eine Strategie für den Umgang mit ihren NPL-Portfolios entwickeln. Die EZB nennt geeignete Maßnahmen, beispielsweise die Abwicklung, den Verkauf und die Abschreibung von NPL sowie die Inbesitznahme von Vermögenswerten. Die EZB erwartet von den Instituten, sich quantitative Ziele für den NPL-Abbau zu stecken. Außerdem müssen sie für ihre Strategie einen Zeitplan entwickeln. Der Leitfaden ist zwar nicht rechtsverbindlich, dennoch wird die EZB durch ihre Bankenaufsicht regelmäßig überprüfen, welche Fortschritte die Geldhäuser beim Abbau ihrer NPL machen.

Welche Auswirkungen erwarten Sie?

Christoph Schalast: Neben Banken werden voraussichtlich auch Versicherungen, die Kredite vergeben, ähnliche Anforderungen an ihr Risikomanagement erfüllen und ihren Bestand an notleidenden Krediten abbauen beziehungsweise geringhalten müssen. Insgesamt wird das Angebot an NPL-Portfolios, die zum Verkauf stehen, steigen. Das gilt insbesondere in den Balkanstaaten und in Südeuropa – also den vorwiegend betroffenen Regionen. Grundsätzlich gilt: Durch den Verkauf von NPL mindern Banken Risiken in ihren Kreditportfolios, erhöhen ihre Liquiditätszuflüsse und können sich stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Auf Zukunft programmiert

HAUSBAU-ROBOTER

Roboter könnten in Zukunft Häuser im Handumdrehen hochziehen. Der kommerzielle Prototyp „Hadrian 105“ der australischen Firma Fastbrick Robotics etwa mauert den Rohbau eines kleinen Einfamilienhauses in zwei Tagen – ein Maurerteam benötigt dafür vier bis sechs Wochen. Der Roboter kalkuliert die benötigte Größe der Steine, schneidet sie zu und legt sie mithilfe eines Greifarms an die richtige Stelle. So platziert er bis zu tausend Ziegel pro Stunde, rund um die Uhr.